Unsagbar schöne Momente

3. Oktober 2013

„Unsagbar schöne Momente die niemals so zu wiederholen sind
sind die Geburt von einem jugendlichen Kind
was manches Mal sich auch Liebe nennt…. – „

Meine Motorrad-Ausfahrt an diesem besonderen Tag startete diesmal nicht von meinem Wohnort, sondern circa 150 km südlich davon. Wohin die Reise gehen sollte, wurde nicht verraten, ich sollte es selbst erleben.

„Meine Lady“ übernachtete am Abend zuvor neben ihrem rassig-roten Pendant und gab mit ihm ein elegantes, rassiges und vor allem harmonisches Paar ab.  Die wunderschöne, temperamentvolle, rassig-rote Yamaha YZF R1, sie war u.a. der Grund, dass ich mich für „Meine Lady“ entschied.

Der 3.Oktober wird mir auf jeden Fall immer in Erinnerung bleiben. Es war der Tag, an dem wir das erste Mal zusammen ausfuhren. Er nahm mich mit und zeigte mir die ersten Anhöhen des Weserberglandes, zeigte mir, wie man mit einer Lady umzugehen hat.

Harmonisches Yamaha YZF R1 – Duett

Die ersten Kilomenter fuhren wir versetzt, hintereinander her und ich spürte den Einklang. Ich war stolz und stelle mir vor, dass es gut ausgesehen haben muss. Schade nur, dass man als Motorradfahrer nicht parallel zum Fahren sehen kann, welches Bild sich für den äußeren Betrachter ergibt. Meine Fantasie schlägt Purzelbäume bei der Vorstellung!
Wie oft schon, habe ich gleichartigen Duetten an Motorradfahrern hinterher geblickt. An diesem Tag bildete ich selbst ein Teil eines solchen Duettes und zwar mit ihm. Demjenigen, der mein Herz höher schlagen lässt, jeden Moment, den ich an ihn denke.

Als wir die Stadt verließen, wechselte das Bild. Ich schaute in seinen Rücken und auf das elegante Heck der Yamaha RN09.  Das dieses Motorradmodell bereits 2003 gebaut wurde und mittlerweile zehn Jahre alt ist, kann ich immer noch nicht so recht glauben.

Wir verließen die Großstadt und fuhren in die umliegenden Anhöhen des Weserberglandes. Auf dem Weg dorthin zeigter er mir, wie schwungvoll und ästhetisch das Ein- und Ausfahren, das Hineinfallen in schärfere Kurven funktioniert und wie man mit einem rassigen Gefährt, wie der Yamaha YZF R1, umzugehen hat.

Genüssliches Kurvenfahren

Insgesamt legten wir circa 304 km am Tag zurück.  Es war ein herrlicher Tag. Das Wetterchen spielte ebenfalls mit und wir genossen jede Minute der gemeinsamen Ausfahrt. Er zog mich, animierte mich, mein noch anfängliches Fahrverhalten an seines anzugleichen. Immer wieder schaute ich zu, wie er, ohne abzubremsen, die Kurven schwungvoll ausfuhr.

Bei Rechtskurven setzte er meist am Mittelstreifen an, visierte die Fahrtrichtung mit einem leichten Schulterblick über die rechte Schulter an. Zudem änderte er seine Sitzposition und verlagerte diese ebenso, wie seinen Schulterblick, leicht nach rechts, bevor er Fahrtrichtung von links auf rechts änderte.

Ebenso verlief auf die Ausrichtung der Linkskurven, nur eben entgegengesetzt. Hierbei startete er die Ausfahren der Linkskurve am rechten Außenrand der Fahrbahnseite. Blickführung und Sitzposition änderten sich entsprechend.

Ich versuchte es ihm gleich zu tun, stellte aber fest, dass ich die Rechtskurven noch zu eng fuhr und nicht so sauber am äußeren linken Fahrbahnrand begann, wie er es tat. Doch Übung macht den Meister und so fuhren wir weiter, er zeigte mir Orte, wie beispielsweise die Rühler Schweiz oder auch Diekholzen,  die gern von Bikern an herrlichen Sommertagen durchquert werden, weil die Anhöhen und Kurven so viel Fahrspaß bereiten.

In Diekholzen wiederholten wir die Auf- und Abfahrt insgesamt zweimal. Er wollte sich anschauen, wie ich mich als Motorradfahrer-Anfängerin die Berghänge hinauf und hinab begebe. Sein Resümee endete mit einem wortlosen Beifall und bescherte mir ein wohliges Gefühl in der Magengrube.

Anders gesagt, war ich „stolz wie Oskar“. Ich freute mich wie ein Schneekönig über seine anerkennende Geste, so dass mir der Tag auch deswegen unvergesslich bleiben wird.

kurvenjäger | motorradfahrer-unterwegs.de – Erste Motorrad-Tagestour 3.Oktober 2013 ins Weserbergland